Von Canaveral nach Galisteo
Wetter: Vormittags trüb und nebelig, nachmittags blauer Himmel, klar und warm

Nach der gestrigen langen und anstrengenden Etappe haben Mike, Lukas und ich es heute etwas gemütlicher angehen lassen. Am Sonntag ist es in Südspanien extrem schwer, ein Frühstück zu bekommen – alles ist geschlossen – und so haben wir das Angebot ‚Frühstück in der Pilgerherberge‘ wahrgenommen. Mit dem im Bauch hatten wir einen guten Start in den Tag.

Kaum hatten wir den Ort Canaveral verlassenen, wurde es beim Übersteigen einer Bergkette grau und nebelig. In einem Kiefernwald wurde die Stimmung sogar herbstlich. Nach dem höchsten Punkt des Weges wuchsen auf den Berghängen knorrige Korkeichen. Später dominierten wieder Steineichen und Ginsterbüsche. Dort riss dann die graue Wolkendecke auf und es wurde wieder Sommer.

Das frische Grün von Gräsern und Blättern, und die Farben von blühendem Ginster, Lavendel und Zistrosen verströmte ein magisches Licht. Wir kamen dann zu Hügeln mit einzelnstehenden, grossen Bäumen und einem dicken Teppich von Gänseblümchen. Auf anderen Hügeln standen die grossen Bäume in einem Teppich von unendlich vielen kleinen, gelben Blümchen.

Der Aufstieg zum Etappenziel – der Ort Galisteo mit etwa 1’000 Einwohnern und einer mittelalterlichen Stadtmauer – war anstrengend aber irgendwann auch geschafft. In der hiesigen Pilgerherberge mit 8 Betten gab es keinen Platz mehr. Und so sind wir in einer Pension mit reduzierten Preisen für Pilger untergekommen. Beim Duschen habe ich den endlosen Fluss von heissem Wasser dort sehr genossen. Manchmal ist ein bisschen Luxus wunderbar!
