Von Casar de Caceres nach Canaveral
Wetter: Blauer Himmel und sommerlich warm

Die heutige Etappe war 34 km lang mit vielen Auf- und Abstiegen, besonders in der zweiten Tageshälfte. Da ausserdem warmes Sommerwetter vorhergesagt war, haben Mike, Lukas und ich beschlossen, heute früher als sonst zu starten. Diese Idee hatten auch andere, die in Casar de Caceres in der Pilgerherberge übernachteten, und so war ab 4 Uhr morgens Aufbruchstimmung, sprich grosse Unruhe. Wir haben die Herberge um 6 Uhr verlassen, um zwei Strassen weiter in einer Café-Bar zu frühstücken.

Wenig später haben wir von einer Hochebene über der Stadt zugeschaut, wie sich der Himmel im Osten rot färbte und sich bald danach die Sonne über den Horizont schob.

Lange Zeit sind wir wieder über grüne Hügel gelaufen, mit Blick auf grosse Seen in der Ferne.

Bald waren wir wieder von Steineichen und Ginster umgeben, sind zu einem der Seen abgestiegen, haben zwei breite Flüsse überquert.

In der Nachmittagshitze sind wir zu einer Bergkette aufgestiegen, mit Ginster und Lavendel, und kleineren gelben und violetten Blümchen am Wegesrand.
Wir haben uns gefreut, als wir am Horizont endlich die weissen Häuser von Canaveral erblickten. Bis wir dann endlich dort waren, vergingen nochmals zwei schweisstreibende Stunden. Das war eine lange, anstrengende, aber ausgesprochen schöne Wanderung.

In der Pilgerherberge erfuhren wir, dass die Lebensmittelläden im Ort am Samstagnachmittag, -abend und den ganzen Sonntag geschossen sind. Das ist für uns ein grosses Problem, denn schon morgen wartet auf uns eine weitere lange Etappe. Und auch zwischen Canaveral und Galisteo gibt es nichts einzukaufen.

Wir sind um 16:30 Uhr in Canaveral angekommen. Eine halbe Stunde später – nach dem Duschen und Wäschewaschen – würde ich am liebsten essen. Leider ist um diese Zeit noch Siesta und somit alles geschlossen. Abendessen gibt es hier frühestens um 20:00 Uhr. Ich weiss, dass ich das akzeptieren muss! Aber wie die Zeit bis dahin überbrücken, ohne zu verhungern?