30. März 2023 – Tag 24

Von Calzada de Bejar nach Fuenterroble de Salvatierra

Wetter: Gutes Wanderwetter! Den ganzen Tag wehte ein frisches Lüftchen. Morgens war es bewölkt, nachmittags war der Himmel blau

Ich habe heute mit Dario in der Café-Bar von Calzada de Bejar gefrühstückt und bin dann allein gestartet. Gleich am Dorfausgang habe ich ein paar schöne Silhouetten gegen einen stimmungsvollen Morgenhimmel fotografiert.

Metallfigur am Ortsrand von Calzada de Bejar
Spiegelungen in einem Teich

Ab da ging es dann auf einer Schotterpiste immer geradeaus nach Norden. Die einzige Abwechslung waren ein paar Steinklotz-Brücken über Bäche, zu breit zum Überspringen, und ein paar römische Distanzsäulen.

Der Camino zwischen Calzada de Bejar und Fuenterroble de Salvatierra

Schon gestern bin ich auf Berge gestiegen; heute ging das weiter. Ich befinde mich jetzt auf etwa 800 m ü.M. Die Natur ist hier weniger weit fortgeschritten und es ist merklich kühler. Morgen werde ich die Bergkette ‚Sierra de la Duena‘ übersteigen. Mein höchster Punkt wird dort das Cruz de Santiago mit 1’150 m ü.M. sein.

Die heutige Etappe führte mich an einer Café-Bar vorbei, in der ich mir einen weiteren Milchkaffee spendiert habe. Morgen gibt es nichts dergleichen und so werde ich noch Proviant einkaufen müssen.

Mein Etappenziel war heute das verschlafene Dörfchen Fuenterroble de Salvatierra mit 240 Einwohnern. Nur vor der einzigen Café-Bar war etwas Leben. In der Herberge ‚Santa Maria de Fuenterroble de Salvatierra’ wurde ich von zwei Männern in meinem Alter ausgesprochen freundlich empfangen. Sie führten mich in einen grossen Raum, der für mich wie eine Gedenkstätte für den heiligen St. Jakob aussah, mit lebensgrossen Holzfiguren, Bildern und Fotos. Dazwischen lag alles Mögliche, von einem angeschnittenen Schinken, zu schwarz-gewordenen Bananen und Weihnachtsfiguren. Der Mann, der hier anscheinend das Sagen hat, hat mich dann zu diesem und jenem in der Gedenkstätte geführt, und mir in Spanisch alles Mögliche dazu erklärt. Ich fühlte mich wie ein Kind, dem die Weihnachtsgeschichte erzählt wird. Nebenbei gab es ein Glas kühles Wasser und Stücke von Weissbrot mit Wurst oder Schinken, eine Tour durchs Haus und schliesslich wurde mir ein Bett im Massenlager zugewiesen. Zum Glück sind zurzeit nicht die Massen unterwegs und so gibt es noch genügend Platz zum Atmen.

Schlafraum in der Herberge ‚Santa Maria de Fuenterroble de Salvatierra’

Das Programm für den Rest des Tages wurde mir auch noch mitgeteilt: Um 18:30 Uhr ist der Supermarkt offen für das Einkaufen von Proviant, um 20 Uhr gibt es eine Pilgermesse und um 20:30 Uhr ein gemeinsames Abendessen. Ich bin gespannt.

Der Gemeinschaftsraum in der Herberge ‚Santa Maria de Fuenterroble de Salvatierra‘. Der Tisch für das gemeinsame Abendessen ist schon gedeckt

Der Abend war ein besonderes Erlebnis. Die Pilgermesse fand in der Kirche ‚Iglesia Santa María La Blanca‘ statt. Die ist nur ein paar Gehminuten von der Herberge entfernt.

Padre Don Blas bei der Pilgermesse

Der Höhepunkt der Messe war erreicht, als alle Anwesenden im Kreis um den Altar standen und sich die Hände gaben. Dabei entsteht in der Regel ein starkes Gefühl der Zusammengehörigkeit. Manche können auch die Energie spüren, die dann in so einem Menschenkreis zu fliessen beginnt.

Nach ein paar erklärenden Worten von Padre Don Blas haben sich alle Anwesenden in einem Kreis um den Altar gestellt und sich für ein paar Minuten an den Hände gehalten

Das anschliessende, mehrgängige Essen war lecker und die Stimmung am Tisch sehr entspannt.

Gemeinsames Abendessen in der Herberge ‚Santa Maria de Fuenterroble de Salvatierra‘
Padre Don Blas und einer seiner Mitarbeiter servieren das Abendessen
Der Wein zum Abendessen war ein Geschenk von Pilgern

Ich gehe jetzt schlafen. Morgen früh gibt es hier Frühstück. Eine gute Nacht wünscht euch Arnd.

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