15. April 2023 – Tag 38

Von Campobecerros nach Vilar de Barrio

Wetter: Das schlechte Wetter der vergangenen Tage hat sich letzte Nacht verzogen. Heute Morgen war es noch frisch und Schäfchenwolken zogen über den Himmel. Im Laufe des Vormittags verschwanden die Wolken und die Temperaturen wurden wieder angenehm sommerlich.

Die Küchencheffin des Bar-Restaurants von Campobecerros hatte mir Frühstück um 8 Uhr versprochen; zu früher konnte ich sie nicht überreden. Pünktlich standen Milchkaffee und aufgebackene Weissbrotscheiben mit Butter und Marmelade vor mir. Keine halbe Stunde später war ich mit meinem Rucksack auf dem Rücken unterwegs. Ich fühlte mich gut und stark.

Nach dem nahezu verlassenen Weiler Portocamba gelangt man zu einem grossen Holzkreuz. Von dort geht es weiter mit schönen Aussichten auf Berghänge mit Fichten, Kiefern, Kastanien und vereinzelten Schlehen

Für die heutige Etappe wurden in meinem Wanderführer 10 Stunden Laufzeit veranschlagt. Ich war immer noch in den Bergen und so ging es lange Strecken hoch und runter durch eine frühsommergrüne Welt.

Blick in den Talkesel mit dem Ort Laza

Mittags passierte ich den Ort Laza mit 1‘300 Einwohnern. Im Laufe des Vormittags hatte ich davon geträumt, Spiegeleier mit Schinken und Tomatensalat zu essen und genau so kam es dann auch. Draussen im Schatten und windgeschützt habe ich diese Mahlzeit sehr genossen.

Mein Mittagessen in Laza: Spiegeleier, Schinken und Tomatensalat

Nachmittags wurden meine Beine müde und ich war in Versuchung, die Etappe 2 Stunden früher als geplant in einer Herberge, die in meinem Wanderführer nicht beschrieben wird, zu beenden.

Auf einer unbefestigten Forststrasse ging es lange Zeit durch schattige Kiefernwälder aufwärts. Dann traten die Kiefern zugunsten einer schattenlosen Heidelandschaft zurück. Die blühte gerade und verströmte süsse Düfte

Das hätte aber die morgige Etappe extrem lang gemacht und so habe ich die Zähne zusammengebissen und bin weiter gelaufen.

Von einem exponiert stehendem Holzkreuz bin ich nach links zum Ort Vilar de Barrio (1’360 Einwohner) abgestiegen, der hauptsächlich vom Kartoffelanbau lebt.

Gegen 18:30 Uhr erreichte ich die neue Pilgerherberge im Zentrum von Vilar de Barrio. Die Herbergsmutter empfing mich ein bisschen wie einen verloren gegangenen Sohn. Kein Wunder, ich war (und blieb) der einzige Übernachtungsgast.

Nach Registrierung, einer Führung durchs Haus und Wahl meines Bettes bin ich erst einmal in das Restaurant in der Nähe der Herberge gelaufen (schon wieder laufen!) und habe dort nach einem grossen, gemischten Salat gefragt. Davon hatte ich zum Ende meiner heutigen Etappe geträumt. Die Kellnerin war anscheinend nicht sicher, ob ich wirklich nur Salat essen möchte, aber ich konnte sie davon überzeugen. Bis der mit viel Liebe zubereitete Salat vor mir stand – genau so, wie ich ihn mir gewünscht habe – gab es für mich ein kaltes Bier und ein Schüsselchen Nüsse.

Mein Abendessen, ein Ensalada Mixta, zu dem ich ein kaltes Bier getrunken habe

Satt und ausgesprochen zufrieden bin ich in die Herberge zurückgekehrt, habe geduscht, ein T-Shirt und ein Paar Socken gewaschen und dann noch diesen Text geschrieben. Dabei sind mir schon ein paarmal die Augen zugefallen.

Morgen ist Sonntag, die örtlichen Café-Bars sind wahrscheinlich alle geschlossen. Die nächste Möglichkeit zum Frühstücken ist weit weg. Ich bin gespannt, was dem Jakobus dazu einfällt?

Eine gute Nacht wünscht euch Arnd.

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