Von Alcuescar nach Valdesalor
Wetter: Sonnenschein von morgens bis abends, Temperaturen wie bei uns im Sommer
Vergangene Nacht war es in der Klosterherberge sehr unruhig. Es gab viele, für mich fremde Geräusche und ich bin davon immer wieder aufgewacht. Ich hoffe, die nächste Nacht wird besser.

Nicht weit von der Herberge gibt es eine Café-Bar, in der um 7 Uhr morgens schon viel Betrieb herrschte. Mike, Lukas und ich haben trotzdem recht rasch unser Frühstück bekommen. Kim, der uns die vergangenen Tage immer wieder begleitet hat, schläft nicht in Pilgerherbergen sondern in Hotels. Er ist 60 und glaubt, dass er in diesem Alter nicht mehr in einem Doppelstockbett mit 10 Menschen oder mehr im Zimmer schlafen kann. Sein letztes Hotelzimmer war aber so schrecklich, dass er sich ein Taxi genommen hat und 2 Tagesetappen nach Norden gefahren ist. Kim hofft, dass er dort mehr Glück hat und uns bald wieder treffen wird.
Die heutige Tagesetappe war etwas über 26 km lang. Wir sind zwischen Steineichen und Ginsterbüschen grüne Hügel auf und abgestiegen. Wir haben uns ein paar römische Brücken angesehen und durften für eine Weile auf dem alten, römischen Handelsweg laufen.

Die Via de la Plata bestand heute mehrheitlich aus festgewalztem Schotter. Es gab aber auch immer wieder Wegstücke aus losem Schottergestein. Diese sind anstrengend zu Laufen und schaden auch den Schuhsohlen. Wenn ich den Abrieb an meinen Schuhen anschaue, bin ich nicht sicher, dass ich mit denen bis nach Santiago de Compostela komme.
Die Temperaturen waren heute wie auch gestern zum Wandern fast schon zu warm. Wir mussten immer wieder Trinkpausen im Schatten machen, um den Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen auszugleichen.
Die Pilgerherberge in Valdesalor ist in einem kleinen Haus am Rande des Ortes. Im grössten Raum stehen 7 Doppelstockbetten.

Es gibt eine Toilette und eine Dusche für 14 Menschen bei Vollbelegung, eine kleine Küche und einen Aufenthaltsraum. Draussen neben dem Haus gibt es Tische und Stühle zum Zusammensitzen.
Dort habe ich mit etwa 8 Pilgerbrüdern und Schwestern gesessen, geplaudert und dem Sonnenuntergang zugeschaut. Das war ein würdiger Abschluss der heutigen Etappe. Jetzt ist es kurz nach 20 Uhr und die Ersten schlafen schon.
