21. März 2023 – Tag 15

Von Aljucen nach Alcuescar

Wetter: Mehr Sommer pur und wärmer als gestern

Heute gab es zum Hellwerden ein improvisiertes Frühstück in der Pilgerherberge. Es gibt in Aljucen kein Cafe, das früh genug öffnet. Ich, Mike und Lukas, und Solange and Nadine haben unsere gestrigen Lebensmitteleinkäufe auf den Tisch gelegt und jeder konnte sich nehmen, auf was sie/er Lust hatte. Die Reste haben wir eingepackt für unterwegs. Auf der heutigen Etappe gib es wieder nichts zu kaufen.

Nicht weit hinter der Stadt haben wir ein Vogelschutzgebiet durchquert. Licht und Stimmung waren dort an diesem Morgen ausgesprochen schön.

Etwa 180 Vogelspezies leben im Naturpark Cornalvo, darunter auch der von Aussterben bedrohte Schwarzstorch

Danach ging es für den Rest der Etappe immer nach Norden und mehrheitlich bergauf. Mein Wanderführer schreibt, dass es dort oben wie in einer afrikanischen Savanne aussieht.

Ein kleiner Teil des Naturparks ist Weideland, andere werden sich selbst überlassen

Steineichen standen in blühenden Ginster- und Zistrosenbüschen, grosse Flächen waren mit blühendem Lavendel bewachsen. Es roch dort wunderbar.

Gelbe Ginsterblühten

Wegen der hochsommerlichen Temperaturen haben wir mmer wieder im Schatten eine Pause gemacht. Dort haben wir geplaudert und unser Kennenlernen fortgesetzt. Ich freue mich, dass das so ungezwungen passiert.

Weisse Zistrosen

Unser Etappenziel war heute das Örtchen Alcuescar. In der Herberge der Glaubensgemeinschaft der ‚Sklaven Marias und der Armen‘ haben wir Betten bekommen. Die Herberge besteht aus winzigen Zimmern mit je einem Doppelstockbett; 12 Betten gibt es insgesamt. Es hat noch je einen Waschraum für Männer und Frauen und eine Sitzecke im Flur. Ich bin eine Weile im Kloster rumspaziert, aber konnte den Weg in die Kirche nicht finden. Die ganze Anlage macht einen ärmlichen Eindruck und ist irgendwie aus der Zeit gefallen.

Kirchturm mit Storchennestern in Alcuescar

In der Nähe der Herberge gibt es ein Restaurant, das auch nachmittags geöffnet hat. Mike, Lukas, eine finnische Pilgerschwester und ich haben dort ein paar Stunden geplaudert und ein Pilgermenu gefuttert. Wie üblich, gab es auch dort 3 Gänge. Für jeden Gang hatte man die Auswahl von 4 Gerichten, so dass jeder von uns etwas anderes ass. Ich war mit meiner Wahl sehr zufrieden, Lukas bekam etwas, das ihm garnicht geschmeckt hat. Er durfte das zurückgehen lassen und noch einmal wählen. Mit dem Ersatzgericht war dann auch Lukas zufrieden.

Am frühen Abend bin ich noch einmal ins Städtchen gelaufen, um etwas Obst für die morgige Etappe einzukaufen. Auf dem Weg dorthin habe ich Stafanie wiedergetroffen, eine 72-jährige Pilgerschwester aus Östereich. Sie wollte sich einen Schuhlöffel kaufen, um besser in ihre Wanderschuhe zu kommen. Sie hat keinen gefunden, der ihr klein und leicht genug erschien. Die Arme! Hoffentlich erfüllt ihr Jakobus bald diesen Wunsch.

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